Was tun jetzt mit Fremdwährungskrediten?
Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny rät mit der Bank zu sprechen und gegebenenfalls in einen Euro-Kredit umzuschichten. Neue Fremdwährungskredite sind in Osterreich de facto bei keiner Bank mehr abzuschließen und bestehenden Kunden mit FX-Krediten wird nahegelegt, auf Euro-Kredite umzusteigen, da sich das Währungsrisiko stark erhöht hat.
Einseitige Erhöhung ablehnen!
Die AK Oberösterreich kritisiert das Vorgehen: Kreditnehmer werden derzeit von ihren Banken informiert, dass sich die Refinanzierungskosten erhöht haben und sie diese zusätzlichen Liquiditätskosten in der nächsten Zinsperiode an die Kunden weitergeben. Die Arbeiterkammer sieht darin eine „unzulässige Vertragsänderung durch die Banken". Die zusätzlichen Kosten seien für den Fremdwährungskreditnehmer nicht nachvollziehbar. Sie rät daher, der einseitigen Erhöhung zu widersprechen und umgehend ein Gespräch mit dem Bankberater zu vereinbaren.
„Tatsächlich zahlen auch die Banken mehr für Ausleihungen. Der Interbankensatz LIBOR liegt bei 3,2 Prozent, aufgrund der Vertrauenskrise leihen sich die Banken Geld aber nur zu 4,2 Prozent, da bleibt für sie keine Spanne, meint Finanzierungsexperte Gerhard Massenbauer und empfiehlt: „Auch wenn die Banken meiner Ansicht nach den Kunden nicht in Euro zwangskonvertieren dürfen, rate ich, sich mit der Bank die zusätzlichen Liquiditätskosten, die einen Aufschlag von 0,6 bis 0,7 Prozent erfordern, zu teilen."
Gerhard Massenbauer ist empört, dass die Finanzmarktaufsicht Banken nahelegt, nicht mehr in Fremdwährung zu finanzieren: „Das ist nicht durchdacht. Durch die drei Prozent höheren Zinsen wird bei 35 Milliarden FX-Ausleihungen der Wirtschaft eine gute Milliarde entzogen." Generell hält Massenbauer aber das klassische Fremdwährungskredit-Modell für überholt: „Es gibt keine geeignete Währung, die gegen den Euro in nächster Zeit abwertet", Tilgungsträger werfen nicht mehr die notwendige Rendite ab. Massenbauer bastelt an einem Alternativmodell: ein Zertifikat auf einen Währungs-Hedge-Fonds - nicht unriskant.
Unsichere Tilgungsträger
Hoch sind derzeit die Verluste des Tilgungsträgers, mit dem man eigentlich am Ende den Kredit zurückbezahlen wollte. „Mann sollte regelmäßig den aktuellen Stand und die jeweils voraussichtliche Ablaufleistung per Endfälligkeit abfragen und die Aktien- und damit Risikoquote der Fondspolizze anpassen", rät Kreditprofi Massenbauer. Benötigt wird eine Bruttoperformance von sieben Prozent (fünf Prozent netto), ansonsten „sollte man den Kredit teilweise auf Tilgung umstellen. Wir empfehlen seit Jahren, bei Fremdwährungskrediten endfällig zu sparen und die Zinsdifferenz zum Euro für Sondertilgungen aufzubewahren." Doch Vorsicht bei Kreditumstellungen: „Die Banken sind ständig bemüht, ihre eigene Position zu verbessern." Als Tilgungsträger empfiehlt er Investments, die als Sondervermögen gelten (Fondspolizzen, Wertpapierdepots) und in die man eingreifen kann. „Zudem sollte man einen kalkulierbaren Anteil an hochverzinslichen Anleihen beimischen", meint Massenbauer.
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