Was tun bei Fremdwährungsfinanzierungen?
Nicht nur die steigenden Kreditzinsen belasten die Kreditnehmer. Oft werden für die Rückzahlung von FX-Krediten Tilgungsträger angespart. Dieses Geld wird meist in Fonds veranlagt. Und die Erträge dieser Fonds lassen seit Beginn der Bankenkrise stark zu wünschen übrig.
Doch der Reihe nach: Dadurch, dass die EZB (Europäische Zentralbank) innerhalb von nur 18 Monaten den Leitzinssatz um 1,5 % angehoben hat, haben sich auch die Kreditzinsen radikal erhöht. Das hat in vielen Fällen dazu geführt, dass die Kreditraten um etwa 20% angestiegen sind. Gleichzeitig bleiben aber die Erträge aus dem angesparten Geld weit hinter den Erwartungen zurück. Manche Fonds haben ja noch nicht einmal jene Verluste wieder erwirtschaften können, die nach den Terroranschlägen vom 11. September entstanden sind.
Dadurch entsteht aber ein weiteres Problem: Der Kredit ist nicht mehr entsprechend besichert und auch die Rückführung am Ende der Laufzeit ist nicht mehr gewährleistet. Schließlich sollte ja der Tilgungsträger den endfälligen Kredit abdecken.
Und zu guter Letzt werden noch weitere Zinserhöhungen angekündigt. Manche Experten rechnen mit einer Erhöhung der Zinsen in den nächsten Monaten zumindest um ein Viertelprozent. Da hilft es wenig, dass sich die Banken im Moment bei den Sparzinsen überbieten.
Auf jeden Fall sollte man nicht den Kopf in den Sand stecken, wenn sich die Kreditraten der "Schmerzgrenze" nähern. Es sollte in jedem Fall rechtzeitig das Gespräch mit der Bank bzw. dem Finanzier gesucht werden. Wenn man die Raten nicht mehr bezahlen kann, ist es fast schon zu spät.
Wenn man rechtzeitig mit seiner Bank verhandelt, kann vielleicht auf ein Darlehen umgeschuldet werden, wo die (künftigen) Zinsen gedeckelt sind. Bei Bauspardarlehen beträgt der Höchstzinssatz derzeit sechs Prozent.
Von Panikreaktionen muss allerdings abgeraten werden. Denn jetzt mit "Gewalt" Darlehen oder Tilgungsträger zu wechseln, kann auch nur zu zusätzlichen Spesen führen. Daher ist zuerst eine Analyse, gemeinsam mit einem Profi, notwendig. Denn bei noch länger laufenden Darlehen und Tilgungsträgern kann man ja durchaus auf Besserung hoffen.