Neueinsteiger, bitte warten!
Wer mit seinem FX-Kredit schon „drin" ist, hat's gut - fast an allen Fronten gab's schöne Gewinne. Alle, die neu einsteigen wollen, müssen sich noch ein wenig gedulden - aktuell sind die Kurse der meisten Währungen zu niedrig.
Auch wenn sich Finanzstaatssekretär Matznetter damit brüstet, fast alle Kreditnehmer aus dem japanischen Yen „herausgeholt" zu haben - wer hartgesotten den Lockrufen widerstand, konnte nicht nur einen sensationell niedrigen Zinssatz auf der Haben-Seite verbuchen, sondern auch noch schöne Kursgewinne erzielen. Der Yen sank auf 169 zum Euro. Kurzfristig, so Analysten der Commerzbank, könnten auch noch 170 Yen pro Euro möglich sein.
Spekulation ist immer dabei
Eine Spekulation, natürlich, aber das sind FX-Kredite ja immer; darauf soll nochmals ausdrücklich hingewiesen werden!
Aber auch alle, die ihr Glück im Schweizer Franken versuchten, konnten sich über gute Gewinne freuen. Seit Jahresanfang 2006 waren hier in der Spitze rund sieben Prozent „drin", im Zuge der Börsenturbulenzen zog der Franken als die Fluchtwährung schlechthin stark an, um dann wieder nachzugeben. Kursgewinn von 2006 bis heute: rund fünf Prozent.
Weniger schön hatten es all jene, die auf die Tschechen-Krone setzten. Im Gefolge des Anstiegs der slowakischen Krone legte auch die Nachbarwährung zu - wie übrigens die meisten Ost-Währungen. Hier macht sich offenbar Druck der EZB im Hinblick auf eine künftige Euro-Mitgliedschaft bemerkbar; die tschechische Krone gewann seit Jahresbeginn zum Euro rund zehn Prozent an Wert. Gestern allerdings begann sie ein wenig zu schwächeln, was Hoffnung auf eine Drehung des Trends aufkommen lässt.
Wie es weitergeht
Beim Franken spielt die Situation an den Börsen eine gravierende Rolle, meinen die Analysten der Erste Bank: „Für den Franken bedeutete die jüngste Erholung der Aktienmärkte, dass vermehrt Kredite aufgenommen wurden, um in den nun ertragreicheren Aktienmärkten im Ausland zu investieren, was zu einer Abschwächung des Schweizer Franken führte. Ob die Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten von Dauer sein wird, wird eine wichtige Rolle für seine weitere Entwicklung spielen und stellt einen Risikofaktor dar, denn falls es zu einem neuerlichen Einbruch an den Aktienmärkten kommt, ist eine Aufwertung des Franken relativ wahrscheinlich. Gleichzeitig gehen Experten, diesen Fall ausgeschlossen, kurz- bis mittelfristig von einer weiteren Seitwärtsbewegung aus."
Yen im Anstieg
Der Yen hat gegenüber dem Euro seine historischen Tiefstände ausgetestet und verharrte nahe diesen, meint man bei der Erste Bank: „Dabei ist zu beachten, dass makroökonomische Größen diesen Wechselkurs kaum mehr beeinflussen und es vermehrt um Zinsarbitrage geht. Es zeigt sich, dass Carry Trades momentan unattraktiver sind und so der Yen gegenüber dem Dollar aufwerten sollte." Ein Kursanstieg zum Euro sollte dann rasch folgen. Und dies sollten, so der Wiener Währungsanalyst Gerhard Massenbauer, all jene, die sich für einen Neueinstieg interessieren, abwarten: „Momentan sind die Kurse für einen Wechsel in Yen und Franken einfach zu niedrig, die Gefahr eines Anstiegs zu groß." Lange sollte diese Phase aber nicht mehr andauern. Massenbauer rechnet wie die meisten Analysten mit Yen-Kursen um die 155 pro Euro bis zum Jahreswechsel; der Franken könnte dann bei rund 1,58 zum Euro liegen. Für alle, die in diesen Währungen „stecken": genau beobachten; Gewinne rechtzeitig mitnehmen.
Noch ein Nachtrag zum Franken: Wer seinen Kredit in der Schweizer Währung laufen hat oder dort einsteigen will oder einfach mit einem Kursanstieg des Franken Geld verdienen will, könnte als Tilgungsträger zumindest teilweise in einen Fonds in Schweizer Währung investieren wie etwa den „Swiss Floor Fund" von Sharpe Investments. Die Idee: Das Kapital wird in einen Sicherungs- und in einen Performance-Anteil investiert. Zudem stellt ein sogenannter Floor sicher, dass 90 Prozent des netto investierten Anfangskapitals immer geschütztbleiben. Und: Die Fondswährung ist der Schweizer Franken, die Währungen der einzelnen Positionen im Fonds werden gegen den Franken gehedget. Einsteigen kann man in den Swiss Floor ab einem Mindestinvestment von 100.000 Franken, wobei ein monatlicher Ausstieg möglich ist.