Fremdwährungskredit: Wenn, dann Yen?

Beim Yen gibt es derzeit noch einen Zinsvorteil von vier Prozent, die Gefahr besteht in der Aufwertung.

Fx-Kredit in YenRichtig Zinsen sparen konnte man zuletzt mit Fremdwährungsfinanzierungen. Die Banken sind hier für Neueinstiege aber skeptisch, sogar Gerhard Massenbauer, bekannt als Freund der FX-Kredite: „Welche Währung außer der Tschechen-Krone ist gegenüber dem Euro wirklich überbewertet und wird nachhaltig fallen können?" Der Schweizer Franken gilt in konjunkturschwachen Zeiten als aufwertungs-gefährdete „Fluchtwährung". Massenbauer hält Yen-Kredite nur kurzfristig für interessant: „In Anbetracht sinkender Börsen dürfte neben dem Franken (1,52) auch der Yen (145) aufwerten."

Andererseits macht der Zinsvorteil von mehr als vier Prozent p. a. mit einem Yen-Kredit gegenüber einer Finanzierung in Euro einiges des möglichen Nachteils aus einer Yen-Aufwertung wett. Experten halten Yen-Kredite in Kombination mit Zinscaps für attraktiv, wenn man sich den Kredit in Euro leisten kann und in der Sache auskennt.

Ein Yen-Kredit muss auch nicht unbedingt endfällig sein. Unter Wechselkurs-Risiko-Aspekten erscheint auch ein Abstatter als lukrativ, da sich durch die schrittweise Rückzahlung ein durchschnittlicher Tilgungskurs über die gesamte Kreditlaufzeit errechnet und nicht - wie bei der endfälligen Variante - der Finanzierungserfolg vom Yen-Kurs am Ende der Laufzeit abhängt.

Wer etwa Anfang 2000 einen Ratenkredit in der Höhe von 250.000 Euro in japanischer Währung aufnahm und eine Laufzeit von 25Jahren wählte, hatte Anfang September 2008 beim Abstottern nur noch eine Restschuld von 96.676,32 Euro offen.

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Zinsvorteil bei Fremdwährungen

Währung

Referenz-Zinssatz

Zinsvorteil*

12-Monats-Volatilität* *

EUR

4,9610%

 

 

CHF

2,4717%

2,49%

4,80%

YEN

0,8900%

4,07%

9,54%

USD

2,8100%

2,15%

7,68%

*) 3-Monats-EURIBOR - 3-Monats-LIBOR in der betreffenden Währung,
**) je höher die Volailität, desto höher das Wechselkursrisiko
Daten per 2. 9. 2008