Die attraktivsten Währungen für Fremdwährungskreditnehmer

Der US-Dollar erholt sich gerade von seinem letzten Absturz, doch ist er nur für die echten Zocker unter den Fremdwährungskreditnehmern geeignet. Hier erfahren Sie, welche Währungen aktuell interessant sind.

Das Comeback des US-Dollars

Manche Analysten sahen den US-Dollar schon auf die 1,80-Marke zum Euro abstürzen - doch so weit kam es nicht. Der fallende Ölpreis stärkte dem „Greenback" kräftig den Rücken und er erholte sich zügig bis auf Wechselkurse um die 1,45 zum Euro - Balsam für die europäische Exportindustrie, die unter dem schwachen Dollar extrem zu leiden hatte. Ein kurzer Abschwung könnte noch bis zum Jahresende folgen. Bei Raiffeisen Research sieht man Dollar-Wechselkurse um die 1,50 zum Euro und einen weiteren Aufschwung bis 1,43 im Juni 2009. Die Hypo Investmentbank Liechtenstein hält 1,45 Dollar pro Euro bis Juni 2009 für möglich.

Langfristig allerdings wird der Dollar wieder runtergehen. Nach der Theorie des Nobelpreisträgers Ralph Nelson Elliott soll man 2011 zwei Dollar für einen Euro erhalten. Das macht den Dollar für alle interessant, die der im Vergleich zu anderen Fremdwährungen relativ geringe Zinsunterschied zum Euro (rund 2,80 Prozent ohne Bankaufschlag; Tendenz weiter bis auf 2,40 fallend, meint man bei der Hypo Investmentbank Liechtenstein) nicht stört und die nur auf eine Verringerung der Kreditsumme setzen. Der letzte Abschwung hat deutlich gezeigt, was da möglich ist. Hardcore-Spekulanten, die die Kurse genau beobachten, könnten dann in den US-Dollar wechseln, um beim nächsten Abschwung zu profitieren.

Wesentlich interessanter in puncto Niedrigzinsen ist der japanische Yen. Hier kosten die Zinsen noch deutlich unter einem Prozent. Der Yen ist allerdings im Gefolge des Dollar-Anstiegs ebenfalls stärker geworden und soll noch weiter zulegen. Der Tiefpunkt lag bei knapp 170 Yen pro Euro. Der Höhepunkt sollte im März 2009 erfolgen. Dann erwartet man bei Raiffeisen Research 152 Yen pro Euro, im Herbst nächsten Jahres könnten es dann wieder 155 Yen sein.

Panik sollte der gewiefte Fremdwährungskreditnehmer aber tunlichst vermeiden - wer schon länger im Yen „drin" ist und feine Gewinne eingefahren hat, sollte eine Stopp-Loss-Order bei rund 151 Yen setzen. Um die 152 liegt nämlich eine charttechnische Barriere, von der der Yen bereits zwei Mal abgeprallt ist. Wird sie durchschlagen, ist ein weiterer Anstieg sehr wahrscheinlich. Und ob ein weiterer Anstieg wirklich kommt, ist fraglich, denn die japanische Wirtschaft ist schwach, meint man bei der Erste Bank: „Nach einem relativ starken ersten Quartal kam die erwartete Konjunkturabkühlung im zweiten Quartal. Japan hatte mit minus 0,6 Prozent ein rückläufiges BIP zu verzeichnen, wenn auch die Jahreswachstumsrate mit einem Prozent im positiven Bereich liegt." Experten der Erste Bank rechnen mit Wechselkursen um die 161 Yen pro Euro bis Jahresende.

Gemütlicher Schweizer Franken

Fast schon gemütlich verliefen die letzten Monate für den Schweizer Franken. Nach einem „Kraftanfall" im Frühjahr, wo er Kurse um die 1,54 testete, schwächte er sich wieder auf 1,63 ab. Bei Redaktionsschluss lag die Schweizer Währung um die 1,61 Franken pro Euro. Bis Juni 2009 könnte sie noch einmal auf 1,53 ansteigen, meint man bei der Hypo Investmentbank Liechtenstein.
„Der schwachen Konjunktur in Euro-Land steht eine sich abschwächende Konjunktur in der Schweiz gegenüber, was auch von dieser Seite keine neuen Impulse für die FX-Märkte erwarten lässt", meinen die Analysten der Erste Bank. Der Franken könnte bis Juni nächsten Jahres bei stabilen Zinsen um die 2,75 Prozent auf 1,55 zulegen. Bei Raiffeisen Research glaubt man nach einem Zwischenhoch des Franken bei Höchstkursen um die 1,58 zum Jahres Wechsel, dass bis zum Juni 2009 der Franken wieder um die 1,62 liegen sollte.

Schwache Tschechische Krone

Die Tschechische Krone zeigte nach Monaten des starken Anstiegs erstmals Schwächetendenzen und gab um rund acht Prozent nach. Analysten wie Gerhard Massenbauer erwarten noch eine weitere Abschwächung der tschechischen Währung. Auch bei Raiffeisen Reserach glaubt man an dieses Szenario.

Tipp: Sehr Risikobewusste, die im nächsten Jahr an einen Grundstückskauf, Hausbau oder beides denken und dies mit einem Fremdwährungskredit finanzieren wollen, könnten jetzt rasch in die Tschechen-Krone einsteigen und nach einem Anstieg des Yen in diesen wechseln. Wer's lieber ruhiger mag, beginnt mit dem Franken und holt sich dann den zinsgünstigen Yen - aber nie vergessen: Das ist eine beinharte Spekulation - Kurse täglich beobachten und Strategien entwickeln!